Evangelische Schule Neuruppin
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Pädagogische Schwerpunktsetzung (Profil): Lernen trifft Leben

Lernen trifft Leben

Ausgangslage
Ausgangspunkt des Schulentwicklungsprojekts der Evangelischen Schule Neuruppin ist die Frage, wie schulisches Lernen aus den individuellen Bedürfnissen der Schüler heraus gestaltet werden kann, um in der Vorbereitung des Übergangs von Schule in die Berufswelt und in die Zeit nach der Schule wirksam zu werden. Der Prozess der Persönlichkeitsentwicklung, welchen die Schüler gerade in den Schuljahren der Sekundarstufe I durchlaufen, ist folgenreich. Entwicklungspsychologisch befinden sich die Jugendlichen im Übergang von zwischen Kindheit und frühem Erwachsenenalter. Diese Phase der Identitäts- und Orientierungsfindung ist durch vielfältige Bewältigungsleistungen gekennzeichnet. Daraus ergibt sich unseres Erachtens zwingend die Frage nach dem Auftrag von Schule, damit die Jugendlichen sich in der Gesellschaft orientieren können und für sich klären, welchen beruflichen Weg sie nach der Schule einschlagen wollen.
Bildung ist zuerst Persönlichkeitsbildung. Zu einem selbstbestimmten Leben gehört die Klarheit über die eigenen Ziele, die in Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen, Anlagen und Fähigkeiten und den Zielen der Gemeinschaft entsteht. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit den weltanschaulichen Grundlagen, die das Selbst konstituieren. Es gilt die Tendenz zu durchbrechen, Bildung auf verwertbares Wissen zu reduzieren und Erfolg nur an ökonomischer Leistungsfähigkeit zu orientieren. Gegenwärtig findet ein Transformationsprozess statt, der die traditionellen Wurzeln in größere Zusammenhänge stellt, Räume entgrenzt und auch lokal Pluralität entstehen lässt.
Unserer Erfahrung nach benötigen Schüler der Sekundarstufe I eine enge Anleitung, um für sich ihre Ziele und Entwicklungsbereiche zu klären.

„Wer bin ich?“
„Was kann ich?“
„Was will ich werden?“
„Was brauche ich dazu?“
„Wie komme ich dahin?“
„Wie kann ich es ausprobieren?“


Konkretisierung der Idee
Zentrale Frage des Projekts ist die Frage, was Schüler brauchen, damit sie erfolgreich und nachhaltig lernen. Kerngedanke des Projekts der Evangelischen Schule Neuruppin ist Schulentwicklung von „total unten“, indem die Schüler Schulentwicklung betreiben und dabei von Projektpartnern unterstützt werden, zu klären, was Schule leisten muss bzw. wie Schule wirksam sein kann. Die Schüler klären, was ihre Motivation ist, zu lernen. Aus der Schülerperspektive formulieren sie, welche Ausgestaltung Schule vor dem Hintergrund des Erziehungs- und Bildungsauftrages erfahren soll: „Ich mache mir die Schule, wie sie mir gefällt.“ Sie klären für sich, wie sie mit dem Anspruch, die Zivilgesellschaft zu gestalten, nachkommen wollen.
Das partizipative Prinzip von Schülern für Schüler wird in höchstem Maße praktiziert, weil Schüler aus der Schülerperspektive nach flexiblen Lernorten, nach den Inhalten, nach neuen Strukturen schauen. Die vorhandenen sehr guten strukturellen und konzeptionellen Rahmenbedingungen des Standorts der Evangelischen Schule Neuruppin werden genutzt, so dass die Aspekte der Schulentwicklung aus Schülerperspektive sofort umgesetzt werden können.

Inhalte
Das Projekt ist als offener Prozess angelegt, den Schüler von Anfang an leiten, gestalten und entwickeln. Die Schüler übernehmen Verantwortung für den Organisationsprozess. Sie gestalten und begleiten den Entwicklungsprozess, leiten Indikatoren ab und führen die Evaluation durch. Die Schüler entwickeln aus der eigenen und dadurch sinnstiftenden Perspektive heraus diese neu und setzen ihre Ideen an flexiblen Lernorten direkt um. Die Schüler klären für sich selbst, was sie für ihre Schule benötigen.
Die Verordnungen und Rahmenlehrpläne bilden den Rahmen.
Das jahrgangsübergreifende Projektteam der Schüler arbeitet autonom und nutzt die fachunabhängigen Arbeitszeiten für ihre Arbeit.


Ziele des Projekts
Die Schüler klären für sich, wie Schule lernseitig gestaltet werden soll. Sie arbeiten heraus, unter welchen inhaltlichen und strukturellen Bedingungen sie erfolgreich lernen.
Aus der Schülerperspektive heraus werden Faktoren für den gelingenden Lernprozess formuliert.
Die Schüler beschreiben Anforderungen an das Lehrerhandeln, das sich an den von den Schülern formulierten Bedürfnissen orientiert.
Die Schüler reflektieren verschiedene Gelingensfaktoren für gutes Lernen.
Die Schüler gestalten den Klärungsprozess eigenverantwortlich und selbst organisiert. Sie entwickeln für sich eine projektbezogene Problemlösekompetenz.
Die Schüler binden aus ihrer Perspektive externe Projektpartner und Impulsgeber ein.
Die Schüler entwickeln Modelle für die sofortige Umsetzung der lernförderlichen Faktoren unter Beibehaltung der übergeordneten Rahmenbedingungen von Schule. Die Schüler setzen dieses Lernprojekt am Schulstandort konkret um.
Die Schüler vernetzen sich mit anderen „guten“ Schulen, die in einem ähnlich angelegten Prozess Schulentwicklung aus Schülerperspektive gestalten.



Teilnehmende Schulen
Projektverantwortung: Evangelische Schule Neuruppin
Projektpartner:
Schulen aus Berlin und Brandenburg: u. a. Montessori Schule Neuruppin, Regine-Hildebrandt-Schule Birkenwerder, Käthe-Kollwitz-Gymnasium Berlin;
weitere Schulen aus dem Regionalteam Ost der Deutschen Schulakademie;
bis zu zwei Schulen aus dem europäischen Ausland, u.a. Estland und Österreich (angefragt)


Partner
Evangelische Akademie zu Berlin, Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche im ländlichen Raum;
Professur für empirische Bildungsforschung und Bildungstheorie, Universität Wien
Büro planpolitik Berlin;
Deutsche Schulakademie


 
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