Evangelische Schule Neuruppin

Mon, 10.12.18

- Grundschule, Oberschule und Gymnasium -

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Schullosung 2018: Einander helfen, um gemeinsam in der Gemeinschaft zu wachsen.


Pädagogische Schwerpunktsetzung (Profil): Konzeption der Evangelischen Schule Neuruppin

Die Konzeption der Evangelischen Schule Neuruppin fußt auf der „Konzeption“ von 1994 und dem „Schulprofil“ von 1997. Darin werden verbindliche Aussagen getroffen über ihren strukturellen, inhaltlichen und methodischen Rahmen. Ausdrücklich wird u. a. festgestellt: „Die Verknüpfung reformpädagogischer Ideen mit einem christlichen Menschenverständnis ist für uns wichtig.“ (Vgl. „Schulprofil“ von 1997)
Seit August 1993 besteht die Evangelische Schule Neuruppin – Gymnasium. Sie ist entstanden aufgrund der Initiative engagierter Eltern, Lehrerinnen und Lehrer in der Zeit nach der friedlichen Revolution von 1989. Die Evangelische Schule Neuruppin – Grundschule wurde im August 2004 (vgl. Konzeption von 2004) eröffnet, die Evangelische Schule Neuruppin – Oberschule im August 2010 (vgl. Konzeption von 2010).
Grundlegender konzeptioneller Ansatz ist die Einheit der drei Schulformen als Evangelische Schule Neuruppin. Die in der „Konzeption“ von 1994 festgeschriebenen Eckpunkte zum Schulprogramm wurden in den verschiedenen Schulformen wieder aufgenommen. Schulspezifisches wurde mit Blick auf die jeweiligen Erziehungs- und Bildungsziele herausgearbeitet.

Die Evangelische Schule Neuruppin ist eine christliche Bekenntnisschule, ihr Auftrag ist im Evangelium begründet (siehe auch Kirchliches Schulgesetz, §§ 1-3). Christliche Wertvorstellungen, die unsere seit mehr als 2000 Jahren gewachsene Kultur- und Geistesgeschichte prägen, liegen dem pädagogischen Konzept zu Grunde. Sie gründen auf der christlichen Tradition und den damit verbundenen Werten. Dies heißt, sich der Verantwortung für die Bewahrung und Gestaltung unserer Welt bewusst zu werden und diese anzunehmen. Es sollen Lebensräume, Begegnungsräume, Lernräume und Glau-bensräume erschlossen werden, in denen das Eingebundensein eines jeden in dem großen Zusammenhang der Schöpfung erfahren werden kann.
Das Konzept basiert somit auf dem christlichen Menschenbild, das durch den Respekt vor der Einzigartigkeit, Würde und Freiheit eines jeden Menschen geprägt ist. Diese christliche Erziehung soll den Kindern und Jugendlichen Orientierungshilfen und Antworten auf ihre Sinnfragen finden helfen. Aufgabe des Schulunterrichtes ist es auch, den Schülerinnen und Schülern Vertrauen in das eigene Können, in die eigenen Fähigkeiten und in eigenständiges Denken, Handeln und Fühlen zu vermitteln sowie die jeweiligen Begabungen eines jeden Kindes zu fördern, und so die eigene Persönlichkeiten zu entwickeln. Hierbei sind die Kinder auf die Unterstützung von Erwachsenen angewiesen, die den Kindern mit Ruhe, Klarheit, Achtung und Liebe begegnen. Dies wird durch die Vermittlung eines christlichen Lebensverständnisses erreicht, das zur Annahme der eigenen Person, zur Offenheit im Umgang mit anderen Menschen und verantwortlichem Handeln in Kirche und Gesellschaft führt. Diese Werte und Erfahrungen sollen im gesamten Schulalltag weitergegeben und gelebt werden. Es sollen Lebens- und Lernräume für die Kinder und Jugendlichen geschaffen werden, in denen sie sich entwickeln können, die Schutz geben, in denen sie sich wohl fühlen und Freude am Leben und Lernen in der Gemeinschaft entdecken. Ein Schwerpunkt bei der methodischen Profilierung ist die Stärkung der Fähigkeit, das Lernen zu lernen.

Die Evangelische Schule Neuruppin ist eine freie Schule, staatlich anerkannt, in Träger-schaft der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO. An unserer Schule lernen über 1000 Schülerinnen und Schüler gemeinsam in drei Schulformen. Die Grundschule ist zweizügig, ab Klasse 5 nehmen wir Schüler in die Leistungs- und Begabungsklasse (LuBK) auf. Von der 7. bis zur 10. Klasse lernen die Schüler dann vierzügig in drei Gymnasialklassen und einer Oberschulklasse. In den Jahrgängen 11 und 12 werden die Schüler im Kurssystem unterrichtet.
Die Evangelische Schule Neuruppin ist grundsätzlich offen für alle Kinder, unabhängig von Nationalität oder Religionszugehörigkeit, deren Eltern das pädagogische Konzept und das evangelische Profil mittragen. Es sollte die Bereitschaft der Eltern vorhanden sein, sich aktiv einzubringen, da dies eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg pädagogischer Arbeit ist.
Das gestaffelte Schulgeld richtet sich nach dem Einkommen der Eltern, es gibt Schulgeldbefreiungen aus sozialen Gründen - es gilt die Schulgeldregelung der Evangelischen Schulstiftung.

Gemeinsame Veranstaltungen wie Andachten und Gottesdienste unterstreichen die christliche Basis unserer Schule, sie schaffen zugleich ein Gemeinschaftserlebnis für die Schulgemeinde. Identifikationsansätze von Lehrenden und Lernenden mit ihrer Schule werden erkennbar; sie zu stärken ist Ziel auch anderer gemeinsamer Aktivitäten: Klassenfahrten werden als Jahrgangsfahrten durchgeführt, was das Kennenlernen der Schülerinnen und Schüler einer Jahrgangsstufe fördert und das Gemeinschaftsgefühl stärken hilft.
„Andachten, Schulgottesdienste, Religionsunterricht, Morgenbesinnung und Teilnahme am kirchlichen Leben sollen die christliche Orientierung und Prägung unserer Schule immer wieder unterstützen und zu ihr führen.“ („Schulprofil“ von 1997) Das Schuljahr ist durch eine wiederkehrende Struktur für die Schulgemeinde erkennbar gegliedert. Der Tag beginnt in den Klassen und Kursen mit einer Morgenbesinnung („Morgenstation“). Monatlich durchgeführte, hauptsächlich von den Schülerinnen und Schülern gestaltete Andachten setzen Marksteine in den Jahresverlauf. Sie orientieren sich insbesondere an den kirchlichen Feiertagen, nehmen in bestimmten Fällen aber auch aktuelle Anlässe zum Thema. Seit dem Schuljahr 2003/2004 werden die Andachten, wie bereits vorher die großen, festlichen Schulgottesdienste (Einschulungsgottesdienst, Abiturgottesdienst), in der Klosterkirche St. Trinitatis Neuruppin durchgeführt, da sich durch die gestiegene Schülerzahl die Aula als Andachtsraum für die gesamte Schulgemeinde nicht mehr eignete. Eine stärkere Bindung zwischen Schulgemeinde und Kirchengemeinde ist die positive Folge.

Grundlegend für uns ist die Überzeugung, dass Kinder aus sich selbst heraus in der Lage sind, zu lernen und ihre Persönlichkeiten und Fähigkeiten zu entfalten. Um dies zu erreichen werden die Leistungsanforderungen auf den jeweiligen persönlichen Lernfortschritt bezogen. Gleichzeitig erfahren die Kinder, dass die Verschiedenheit des Einzel-nen auch bereichernd für die Gemeinschaft sein kann. Schule soll ihren Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen vermitteln, sondern ihnen auch und vor allem die Fähigkeit vermitteln, sich selbst in eigener Verantwortung Kenntnisse und Fertigkeiten, unter Berücksichtigung des jeweiligen Lerntempos, anzueignen, aus eigenen Fehlern zu ler-nen und zu erkennen, dass sich auch daraus Positives entwickeln kann. Sie soll Raum geben für eigenes Denken, aber auch vermitteln, Entscheidungen der Mehrheit mitzutragen.
Christliche Pädagogik fördert und entwickelt Persönlichkeiten, die selbstbewusst genug sind, über sich und die Welt kritisch nachzudenken, aber auch, sich selbst nicht allzu wichtig zu nehmen. Sie formt Menschen, die den Nächsten akzeptieren, Grenzen respektieren, Verantwortung übernehmen, team- und gemeinschaftsfähig sind sowie auch Zivilcourage zeigen.
Wir betrachten die christliche Schule als Gemeinde, in der jeder seinen Wert, seine Begabung hat, die es individuell zu fördern gilt: selbstverantwortliches Lernen, Probleme erkennen, nach Lösungen suchen, Klassen- und Fächergrenzen überschreiten. Hierfür sind Erfolgserlebnisse beim Lernen und das Wissen, angenommen und akzeptiert zu werden, unerlässlich. Dies wird durch Methodenvielfalt im Unterricht wie Partnerarbeit, Gruppenarbeit, freie Arbeit und verschiedene Projekte ermöglicht. Hierbei muss der/die Lehrer/in zum Initiator werden.

Der Thematische Tag vor den Herbstferien, die Projektwoche vor den Winterferien und Religionspädagogische Tage vor den Sommerferien ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, sich konzentriert und oft selbstständig mit horizonterweiternden, fächerübergreifenden Themen zu beschäftigen, die für Teilnehmer aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen angeboten werden. Als gemeinschaftsstiftend erweisen sich in diesem Zusammenhang stets die Präsentation der Ergebnisse (festlicher Abschlussabend der Projektwoche in der Pfarrkirche bzw. im Stadtgarten) oder das gemeinsame Feiern beim Schulfest zu Beginn des neuen Schuljahres. Die Schule präsentiert sich nach innen und außen, wenn Projektergebnisse gezeigt werden, Chöre bzw. Musikgruppen der Schule einstudierte Werke in Konzerten vorführen und Sportgruppen der Schule an Wettkämp-fen erfolgreich teilnehmen. Diese Darstellung gemeinschaftlicher Leistungen setzt Zeichen in die Schulgemeinde, schafft Identität. Sie zeigt aber auch „der Außenwelt“, was die Evangelische Schule Neuruppin „zu bieten“ hat. Hierbei leistet die Schulhomepage (www.evangelische-schule-neuruppin.de) eine wichtige außenwirksame und integrationsfördernde Aufgabe. Auf ihr bieten sich für Außenstehende vielfältige Möglichkeiten, Informationen über die Schule zu erhalten. Außerdem stellt sie eine ausgezeichnete Kommunikationsplattform dar, die alle Mitglieder der Schulgemeinde nutzen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, ihre Meinung zu äußern und teilzunehmen am schulischen Leben (z. B. bei der Einwahl in die Projekte, Informationsbeschaffung durch Vertretungsplan oder Klausurtermine, Abstimmung der Jahreslosung).

„Zu den Aufgaben der Schule gehört es, die Schülerinnen und Schüler für ethisch-soziale Fragen zu sensibilisieren und Haltungen und Verhaltensweisen einzuüben, die zu einem sinnerfüllten Leben in ihren individuellen und gesellschaftlichen Bezügen helfen. Unsere schulische Erziehung soll die Schülerinnen und Schüler befähigen, die christliche Verantwortung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zu entdecken und so weit wie möglich in die persönliche Lebensorientierung hineinzunehmen.“ („Schulprofil“ von 1997)
In diesem Sinne ist das sozial-diakonische Praktikum der 9. bzw. 10. Klassen ausgerichtet. Die Schülerinnen und Schüler sollen für einige Zeit die Schulräume verlassen, um sich auf die Arbeit in Einrichtungen einzulassen, die im Bereich des Dienstes am und für den Menschen tätig sind. In Frage kommen dabei besonders Institutionen der Kranken- und Altenpflege, auch Kindergärten und Förderschulen bzw. Behinderteneinrichtungen werden gerne gewählt. Besonderer Wert wird gelegt auf die Möglichkeit für die Praktikanten, unmittelbar für den Mitmenschen tätig zu werden. Es steht also hier nicht eigentlich die Berufsorientierung im Vordergrund, auch wenn sich für einige durch die Arbeit bereits ein besonderes Interesse an einer späteren Berufstätigkeit im sozial-diakonischen Bereich ausprägen oder festigen kann. Üblich ist ein Besuch der Praktikanten durch eine Lehrkraft der Schule. Dieser ermöglicht es, über Probleme während der Tätigkeit zu sprechen oder Reflexionsansätze über die geleistete Arbeit zu bieten. Das Praktikum stellt in mancher Hinsicht eine Herausforderung für die Jugendlichen dar. Die Reflexionen zeigen aber, dass die Thematisierung der Sorge um das Wohl der Menschen nicht zuletzt eine wichtige persönlichkeitsentwickelnde Funktion beinhaltet.

Die Vorbereitung auf die Berufs- und Arbeitswelt ist ein zentraler und wichtiger Bestandteil des Lernens an der Evangelischen Schule Neuruppin. Ziel der Berufsorientierung ist es, den Schülern Einblicke in das Arbeitsleben zu vermitteln, Orientierungshilfen für die eigene Berufswahl zu geben und sie auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes realitätsnah vorzubereiten. Die Schüler sollen befähigt werden, bewusste Berufswahlentscheidungen zu treffen. Dazu gehören praktischer Unterricht (Praxislernen) in Werkstätten der Berufsausbildung, Praktika in Einrichtungen und Betrieben der Region und An-gebote für ein Bewerbungstraining. Mit Beginn der 9. Jahrgangsstufe nehmen die Schü-lerinnen und Schüler regelmäßige Angebote der Berufs- und Studienorientierung wahr. Die Schüler der Evangelischen Schule Neuruppin sollen die Möglichkeit erhalten, durch eine enge Verzahnung von Schule und ortsansässigen Betrieben für sich einen Berufswunsch zu erarbeiten und die Fähigkeiten für einen erfolgreichen Berufseinstieg zu erlangen. Um den Schülern solche Chance zu eröffnen, werden Unterrichtsinhalte und Unterrichtsorganisation auf dieses Ziel hin ausgerichtet.

Darüber hinaus nimmt die Evangelische Schule Neuruppin Anteil am Schicksal schwa-cher und bedrohter Menschen. Fürbitten und Kollektensammlungen in den Schulgottes-diensten und Andachten sind üblicherweise ausgerichtet auf Arme und akut Hilfsbedürftige. Aber auch die Unterstützung für Hilfesuchende innerhalb der Schulgemeinde wird wichtig genommen. In entsprechenden Angeboten der Evangelischen Schulstiftung professionell ausgebildete Schülerkonfliktlotsen wirken mit an der Lösung von Streitfällen zwischen Schülerinnen und Schülern sowie zwischen Lehrern und Schülern.

Sinn- und Wertefragen sollen in möglichst allen Unterrichtsfächern und Arbeitsformen einbezogen werden. Die Geisteswissenschaften bieten sich natürlich per se an, Initiativgeber zu sein und Fragen dieser Art zu thematisieren. Vornehmlich im Religionsunterricht besteht Raum dafür. Als besonders günstig erweist sich die Möglichkeit, das Fach Religion im Teilungsunterricht durchzuführen: Kleine Gruppen machen das Gespräch über Sinn- und Wertefragen leichter. Fächerübergreifend dienen Kontakte zu außer-schulischen Institutionen dazu, die Jugendlichen mit Fragen von gesellschaftlicher, politischer und historischer Relevanz zu konfrontieren. In diesem Zusammenhang stehen auch die Gedenkstättenfahrten nach Dachau und Auschwitz als Kernelemente einer aus dem historischen und religiösen Bewusstsein heraus gestalteten Verantwortung gegenüber unserer Gegenwart. Schulpartnerschaften und Schülerfahrten ins Ausland sind für das globale Miteinander bedeutend. Die Erfahrungen prägen unsere Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf eine demokratische Haltung.
Darüber hinaus engagieren sich einige Jugendliche unserer Schule selbst in anerkennenswerter Weise für Fragen der Menschenrechte und des Schutzes von Minderheiten. Die Organisation von verschiedenen Aktionstagen legt hierüber ein beredtes Zeugnis ab.

Auf Ganzheitlichkeit ausgerichtet ist das vielfältige Angebot an Arbeitsgemeinschaften, die an der Evangelischen Schule Neuruppin angeboten werden. Ein Schwerpunkt liegt im musischen-künstlerischen und sportlichen Bereich. Hier können die Jugendlichen Interessensschwerpunkte herausformen und sich zusammen mit Mitschülern einem Ziel gemeinsam annähern. Die Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen ist fest verankert.

Institutionelle Möglichkeiten zur Artikulation besitzen die Schüler durch die Organisation der Schülervertretung. Klassen- und Jahrgangsstufensprecher bilden die Gesamtschü-lervertretung (GSV), das Forum, um Probleme zu formulieren und Beteiligung bzw. Mitbestimmung auszuüben. Jeder Schüler hat zudem leicht die Chance, über die Schulhomepage die Schulöffentlichkeit zu erreichen, Fragen zur Debatte zu stellen und Mehrhei-ten zu formieren.

Die Verbindung der Schülerinnen und Schüler zur Kirchengemeinde besteht einerseits durch verschiedene Einbindungen von Mitarbeitern der Kirchengemeinde in schulische Veranstaltungen (Projektwoche, Andachten, Gottesdienste) als auch andererseits durch die Mitarbeit von Mitgliedern der Evangelischen Schule in der Jungen Gemeinde, an Rüstzeiten, Konfirmandenfreizeiten etc.

Fast alle Gründungen evangelischer Schulen wurzeln in dem Willen von Eltern nach einer ‚anderen Schule‘ für ihre Kinder. So auch im Fall der Evangelischen Schule Neu-ruppin: Eine christlich motivierte Eltern- und Lehrerinitiative ließ in der Wendezeit 1990/91 die Idee zur Gründung aufkeimen und setzte diese entgegen allen Widerstän-den bürokratischer und finanzieller Art 1993 durch. Eine große Rolle spielte die Einrichtung eines Fördervereins, der seit 1992 besteht. Hier institutionalisiertes, hervorragendes Elternengagement ermöglicht seitdem die Durchführung von Festen und Veranstaltungen mit, die Sammlung von Geldmitteln erlaubt die Anschaffung von zusätzlichen Einrichtungsgegenständen oder die Unterstützung von Klassenfahrten für Schüler aus finanziell schwachen Elternhäusern.

Die Schaffung und Stärkung eines Gefühls der Zusammengehörigkeit und der Gemein-schaft vor dem christlichen Hintergrund ist von eminenter Bedeutung für unsere Schule. Dies zu erreichen muss Ziel verstärkter Anstrengungen sein. Wir befinden uns auf einem guten Weg, wie gemeinschaftlich Erreichtes und Erlebtes beweisen: Jahrgangs-klassenfahrten, Schulgottesdienste, Projektwochen schaffen eine Verbundenheit in der Schulgemeinde. Erfolgreiche Mannschaften in Sportturnieren stärken die Gruppe nach innen, sie schaffen aber zugleich einen erkennbaren Identifikationskern für die Außenwelt, die sieht, was in der Evangelischen Schule geschaffen werden kann. Dieses zu vermitteln ist auch insofern von Bedeutung, als in Zeiten rückläufiger Schülerzahlen eine Schule in Brandenburg nur bestehen kann, die das Besondere ihres Profils herausarbeiten und der Öffentlichkeit verständlich machen kann. Tage der offenen Tür und ein guter Kontakt zu den örtlichen Medien haben sich in diesem Zusammenhang als wichtige Aushängeschilder erwiesen und werden in Zukunft noch bewusster genutzt werden müssen.

Die schulinternen Lehrpläne richten sich nach denen des Landes Brandenburg und dem Kirchlichen Schulgesetz, wobei Erprobungen besonderer Organisationen des Unterrich-tes besonders gefördert werden (Freiarbeit, Projektarbeit, Auswahl von Materialien, Umwelterziehung, globales Lernen, Computerarbeit, usw.). Die Grundschule wird als Halbtagsschule mit festen Öffnungszeiten geführt. Mittagessen und Hort werden durch den Elternverein angeboten. Die Hortbetreuung soll zeitlich gestaffelt angeboten werden. Eine intensive Beratung beim Übergang Kindergarten – Grundschule - weiterführende Schule findet statt. Vorgesehen ist ein einzügiger Schulbetrieb mit in der Regel jeweils 25 Schülerinnen und Schülern in den Klassen 1 bis 6. Selbstverständlich wird eine solide Vermittlung der Elementarkenntnisse (Lesen, Schreiben, Rechnen, sicherer Umgang mit der Muttersprache) geboten. Des Weiteren wird der frühzeitige Erwerb der englischen Sprache, z.B. in Form einer spielerischen Begegnung, bereits ab der ersten Klasse angeboten. Schwerpunkte liegen auch im musisch-künstlerischen, naturkundlichen und sportlichen Bereich (u. a. Schwimmunterricht ab Kl. 1). In den Klassen 1 und 2 erfolgt die Leistungsbewertung nicht in Form von Noten, sondern durch einen verbalen Lern- und Entwicklungsbericht, wodurch Leistungen vorrangig qualitativ gewertet und transparenter werden. Somit können die individuellen Lernfortschritte sowie die Entwick-lung physischer, kognitiver und kreativer Fähigkeiten besser vermittelt werden. Möglichkeiten des differenzierten Arbeitens im Klassenverband sind unter anderem: Zwei Lehrerinnen und Lehrer unterrichten kontinuierlich im Teamteaching (u. a. in den Jahrgangs-stufen 1 und 2) sowie zeitweise und bei Bedarf in einer Klasse (organisatorische Differenzierung). Außerdem umfasst der Unterricht differenziert gestaltete Angebote (freie Stillarbeit in den Lernzeiten, Wochenplanarbeit). Ferner findet Arbeit in und an Projekten (fest eingeplant und organisiert) statt.
Die profilbildenden Fächer Kunst, Musik und Religion werden im Teilungsunterricht erteilt, ebenso Informatik/Medienkunde. Ein breites Angebot an Sportkursen sowie im Fach Darstellendes Spiel komplettiert die Profilbildung.
Die Rhythmisierung des Schulalltags intendiert die Stärkung der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Schüler beim Lernen. Dazu wurden fachunabhängigen Arbeitsstunden und flexiblen Zeiten für das individualisierte Lernen geschaffen. Jede Unterrichtseinheit von 45 min ist um 5 min auf 40 min gekürzt. Zwei Einzelstunden (à 40 min) werden immer zu einer Doppelstunde (80 min) zusammengefasst.

Die Schulformen Oberschule und Gymnasium der Evangelischen Schule Neuruppin sind im offenen Ganztag organisiert. Die Grundschule ist eine verlässliche Halbtagsschule. Ab 13.30 Uhr besteht die Möglichkeit der Hortbetreuung. In den Jahrgängen 5 und 6 besteht keine Hortbetreuung mehr. Obwohl der Unterricht erst um 08.00 Uhr beginnt, haben die Schülerinnen und Schüler schon ab 7.15 Uhr die Möglichkeit, sich in den Klassenräumen aufzuhalten. Hier können sie sich in aller Ruhe mit weiteren Klassenkameraden auf den Schulalltag vorbereiten. Die 1. Unterrichtsstunde eines jeden Tages beginnt mit einer Morgenstation in allen Klassen und Kursen.
Innerhalb der Jahrgangsstufen 5 bis 10 erhält jede Klasse eine Klassenleiterstunde pro Woche. Sie ist fest im Stundenplan integriert und wird vor allem genutzt, um die sozialen Kontakte der Schüler zu festigen, um Klassenunternehmungen vor- und nachzubereiten. Sie dient aber auch zur Gestaltung und Durchführung von Klassenprojekten.
Für jede Jahrgangsstufe gibt es ein Jahrgangsteam, das sich aus den Klassenlehrern sowie Lehrern, die in der Jahrgangsstufe unterrichten, zusammensetzt. Jedes Team legt einen Ansprechpartner fest, der der Schulleitung zu benennen ist. Das Jahrgangsstufenteam ist auch für den fächerübergreifenden und –verbindenden Unterricht sowie für Projekttage zuständig. Der Jahrgangsteamleiter ist für die Arbeit innerhalb des Teams verantwortlich und führt die Absprachen mit anderen Teams und der Schulleitung. Das Jahrgangsteam sorgt fortschreitend für eine geeignete Aufgabendokumentation.

Allen Schülern wird die Möglichkeit der Einnahme eines warmen Mittagessens geboten. Das Mittagessen wird an fünf Tagen angeboten. Es kann von 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr eingenommen werden. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1 bis 4 nehmen verbindlich am gemeinsamen Mittagessen im Klassenverband teil. Die Schule steht allen Schülern am Nachmittag bis 18.00 Uhr offen.
In den vergangenen Jahren hat die Profilierung der Evangelischen Schule einen immer höheren Stellenwert in der unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Arbeit erlangt. Persönlichkeitsentwicklung der Schüler, Förderung von Sozialkompetenz und sozialen Fähigkeiten in allen Schularten und eine Orientierung auf ein bewusstes bzw. bewussteres Freizeitverhalten in Verbindung mit der Ausprägung von Eigenverantwortung bei Schülern in Bezug auf die Gestaltung des Schullebens sind Schwerpunkte der jetzigen und zukünftiger Arbeit.

Die Schule begleitet die Schüler neben dem unterrichtlichen Bereich auch während der Freistunden im Freizeitbereich. Dort werden kostenlose „offene Angebote“ gemacht. Eine Unterstützung erfolgt dabei durch weitere Partner. Über die verschiedensten Arbeitsgemeinschaften leitet die Schule zu wissenschaftlicher, gestalterischer, künstlerischer und sportlicher Betätigung an. Bereits seit Bestehen der Evangelischen Schule Neuruppin gibt es für Schüler aller Jahrgangsstufen und Schularten ein breites Angebot neben der Wochenstundentafel. Dazu zählen in diesem Schuljahr vor allem von Lehrerinnen und Lehrern sowie dem technischen Personal durchgeführte Arbeitsgemeinschaften:
Förderangebote, Arbeitsstunden und Arbeitsgemeinschaften werden in der Wochenplanung berücksichtigt. Sie finden in der Regel nach der Mittagspause statt. Hierbei sind neben der fachlichen Ausrichtung die Betonung des sozialpädagogischen Aspektes und die Förderung von speziellen Begabungen und Talenten von großer Bedeutung. Für die Schülerinnen und Schüler im 7. Jahrgang ist die Teilnahme an einer der wöchentlichen Arbeitsgemeinschaft verbindlich.
Im Einzelnen ergeben sich daraus folgende Schwerpunkte für die praktische Umset-zung: Durch individuelle Fördermaßnahmen wird dem Schüler geholfen, sein Leistungsniveau zu verbessern bzw. zu stabilisieren, vermittelten Stoff zu vertiefen. Dazu dienen vor allen Dingen die in den Stundenplan eingebauten Förderstunden und die Arbeits- und Übungsstunden. Hier erfolgt eine unterstützende Betreuung durch Lehrer. Die Schülerinnen und Schüler haben ferner die Möglichkeit, die schulpsychologische Beratung und Betreuung in Anspruch zu nehmen. Diese geschieht in der Schule durch entsprechend qualifizierte Kollegen. Dazu zählen unter anderem Einzel- und Gruppengespräche mit Schülern und Eltern, Elternbesuche, Kontakte zu außerschulischen Einrich-tungen usw. Die Arbeit die Indexteams ist an der Evangelischen Schule selbstverständlich. Zunehmend deutlich wird in Elterngesprächen und bei Elternabenden, wie wichtig den Eltern die Betreuung ihrer Kinder auch nach dem Unterricht ist. Ein wesentliches Merkmal unserer Schulkultur ist insbesondere der enge Kontakt zwischen Lehrern und Schülern. Das verlängerte tägliche Beisammensein bringt eine Art des Umgangs mit sich, der soziale Kontakte fördert.

Die in der pädagogischen Konzeption der Evangelischen Schule verankerte besondere Mitwirkung und Mitgestaltung des Schullebens durch Eltern und Schüler, die Öffnung von Schule und Unterricht zum außerunterrichtlichen Umfeld und die pädagogische Gestaltung des Unterrichts und des Freizeitangebotes werden lebensnah und schülerbezogen umgesetzt. Hauptaufgaben der Schule bestehen in einer möglichst umfassenden Förderung aller Persönlichkeitsbereiche, in der Erziehung zu sozialer Integration und Toleranz und in der Entwicklung von Potenzen zur Entfaltung von individueller Identität.

Das Schulkonzept ist nur umsetzbar, wenn es gelingt, viele Unterstützer zu finden. Des-halb sieht die Evangelische Schule einen wesentlichen Motor in einer breiten Öffentlichkeitsarbeit. Durch die zusätzliche Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen und Gewerbetreibenden gelingt es uns, außerschulische Lernangebote zu erschließen und Beziehungen zu außerschulischen Partnern auszubauen.


 

Letzte redaktionelle Aktualisierung 04.05.2017