Schullosung 2013: Gemeinsam auf den Weg machen, suchen und verändern
Leistungs- und Begabungsklassen
Das vormalige Reformmodell "Leistungsprofilklassen" (LPK) wird im Land Brandenburg als Leistungs- und Begabungsklassen (LuBK) fortgeführt. Diese gibt es nunmehr seit dem Schuljahr 2007/08 an unserer Schule. Somit haben wir die Möglichkeit, besonders begabte Schüler auch weiterhin bereits in der 5. Klasse ans Gymnasium aufzunehmen (im Land Brandenburg sonst ausgeschlossen) und entsprechend ihrer Begabung zu fördern - von der Klasse 5 bis in die Oberstufe. Hierfür hat die Schule ein Programm für eine gezielte Begabtenförderung entwickelt, das sich auf die Erfahrungen der LPK seit 2000/2001 stützt.
Die geplanten Schwerpunkte der Förderung liegen in von den Schülern eigenverantwortlich gewählten Bereichen. Die Begabungsförderung erfolgt durch interessengebundenen, themenzentrierten Unterricht aus der Überzeugung heraus, dass sich die Schüler Inhalte und Fertigkeiten besser aneignen, wenn die Kontexte für sie interessant sind. Gleichzeitig sind sie damit in der Lage, sich mehr und tiefer gehendes Wissen sowie komplexere Fertigkeiten anzueignen. Die Förderung hat erstmals im Rahmen der Wochenplan- und Lernzeitstunden mit dem Umfang von drei Wochenstunden stattgefunden. Durch das effektive Nutzen dieser drei Stunden kann die Qualität des Projektes im Vergleich zu den Vorjahren weiter verbessert werden.
Klasse 5
In Klasse 5 wird im Zeitraum August bis März das Projekt "Lernen lernen" durchgeführt. Hier liegt der Schwerpunkt in der Befähigung der Schüler, eigenverantwortlich und selbstständig zu handeln - ausgehend von einer Lerntypenanalyse. Dieses Konzept des Methodentrainings wird durch Kurzvorträge der Schüler über ein selbst gewähltes Thema des eigenen Interesses abgeschlossen. Hierbei können das erworbene Wissen und die kennengelernten Techniken ganzheitlich angewandt werden. Die Qualität der zu erlernenden Kompetenzen wird hierbei durch die entsprechenden Fachlehrer bzw. das Jahrgangsteam überprüft und bewertet. Danach schließt sich aufgrund der Lerngruppenanalyse ein häufig kreativ orientiertes Projekt (z.B. Kunst und Darstellendes Spiel) an, dessen Ergebnis die Schüler abschließend präsentieren, u. a. auch vor ihren Eltern. Hierbei werden die Schüler angeleitet, gemeinsam in Gruppen zu arbeiten und zu lernen. Dies erfordert von den Schülern, sich konstruktiv und entsprechend den individuellen Fähigkeiten einzubringen und abschließend in Form von Rückmeldungen eigene und fremde Ergebnisse zu reflektieren.
Klasse 6
Zur Umsetzung der Begabungsförderung in der LUBK 6 wird das Förder-Forder-Projekt der Universität Münster an die Gegebenheiten der Schule angepasst. Inhalt des Projektes ist es, die Begabungen der Kinder durch die intensive Beschäftigung mit einem Thema ihres Interesses zu fördern. Dabei sollen sie an wissenschaftliche Arbeitsweisen herangeführt werden. In besonderem Maße werden Eigenschaften wie Durchhaltevermögen und Selbstmotivation und Fähigkeiten wie strukturiertes Darstellen gefördert. Durch regelmäßige Rückmeldungen von den Mitschülern wird die Fähigkeit, konstruktives Feedback zu geben, vertieft. Die Kinder erstellen im Rahmen der Wochenplan- und Lernzeitstunden (drei Stunden pro Woche) von Dezember bis April eine Facharbeit zu einem Thema ihres Interesses. Der Umfang der Arbeit soll 15 Seiten incl. Deckblatt und Selbstständigkeitserklärung nicht unterschreiten und ein Interview mit einem Experten zum gewählten Thema enthalten. Unterstützt wird jedes Kind von den betreuenden Fachlehrern. Der Zeitraum September bis November dient der Motivation, für die Klärung der Anforderungen, Vermittlung von Arbeitstechniken zur Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit, darunter Recherche, Finden und Bewerten von Informationen, Arbeit mit literarischen Quellen, Zitiertechnik, Erstellen von Mindmaps zur Gedankengliederung, Themenfindung für die Arbeit, Erstellen der Gliederung.
Von November bis April findet die Erarbeitung statt - von der Recherche bis zur Fertigstellung. Die Zeit bis zum Schuljahresende wird zur Bewertung der Arbeit durch die betreuenden Fachlehrer und zur Präsentation genutzt. Da 15 Laptops für dieses Projekt zur Verfügung stehen und es im Gebäude der Schifferstraße leicht möglich ist, Nebenräume mit zu nutzen, arbeiten die Schüler intensiver - v. a. auch miteinander. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Qualität.
Sekundarstufe I
Für die Sekundarstufe I haben wir festgestellt, dass für die Förderung besonders begabter Schüler das Forder-Förder-Prinzip des normalen Schulalltags nicht ausreicht. So greifen wir hier auf das Drehtürmodell zurück, um der Schulunlust und dem Underachievement vorzubeugen. Erstmals im Jahr Schuljahr 2007/2008 erprobt, veranlasst uns der Erfolg zum Ausbau des Modells. Im Schuljahr 2010/2011 arbeiteten z. B. 10 Schüler aus den Jahrgängen 6 bis 8 im Rahmen des speziellen Drehtürmodells und können auf diesem Wege einen Preis bei "Jugend forscht" gewinnen: Eine Doppelstunde in der Woche ist für die Begabungsförderung vorgesehen. Die Schüler verlassen hierfür den Regelunterricht und arbeiten an individuell festgelegten Arbeitsthemen. Diese Arbeit wird durch eine Lehrerin koordiniert, die als "Specialist in Gifted Education" mit Diplomabschluss ausgebildet ist.
K. Friedemann,
K. Liebchen
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