Schullosung 2013: Gemeinsam auf den Weg machen, suchen und verändern
Irland
Irland
Autor: Stefanie Buchholz
Klasse: 12
1.
Einleitung
Für meine Belegarbeit habe ich mir die „Grüne Insel“
ausgesucht. Womit natürlich Irland gemeint ist. Ich fand von Anfang an, dass
Irland ein sehr schönes Land ist. Dessen Landschaft eine Komposition aus Grün,
Ginster, Wasser und Berge ist. Aber als ich mich dann intensiver mit dem Land
beschäftigte, beeindruckte mich am meisten die Wirtschaft von Irland. Und damit
meine ich, wie Irland es geschafft hatte einen solchen Wandel zu vollziehen.
Irland hat die Schwelle von Agrarland zum modernen Industriestaat mit
breitgefächertem Dienstleistungsbereich längst überschritten. Die Industrie und
der Dienstleistungsbereich erwirtschaften zusammen 90% des Bruttoinlandproduktes
und beschäftigen 87% der Erwerbstätigen. Um es kurz zu sagen, Irlands Wirtschaft
„boomt“. Und Experten sagen der irischen Wirtschaft weiterhin eine günstige
Zukunft voraus. Und das ist auch der Grund warum ich mir die folgenden Themen
für meine Belegarbeit ausgesucht habe. Zuerst werde ich auf das Land Irland an
sich eingehen, speziell auf die Geografie, das Klima, die Flora und Fauna, und
die Bevölkerung des Landes. Meine Intention für dieses Thema ist, zu zeigen,
welches natürliche Potential in Irland steckt. Das eben erwähnte Thema bezieht
sich direkt auf das zweite Thema meiner Arbeit, die Wirtschaft von Irland, was
zugleich der Schwerpunkt meiner Arbeit sein wird. Ich werde versuchen zu
erläutern, warum die Irische Wirtschaft zu den erfolgreichsten der Welt zählt
und mit welchen Mitteln sie das geschafft hat. Dazu werde ich auf die einzelnen
Wirtschaftsektoren von Irland eingehen.
2. Das Land und die Leute
2.1.
Die Geografie
Die Insel (siehe Anhang 8.1.) besteht aus einen
von Hügel durchgezogenen zentralen Kalksteintiefland und ist zur Küste hin von
Bergmassen umgeben. Irland liegt im Westen Europas zwischen 51,5 und 55,5 Grad
nördlicher Breite sowie 5,5 und 10,5 westlicher Breite. Die Entfernung zum
einstigen Mutterland Großbritannien beträgt an der kürzesten Stelle nur 12 km
und an der längsten 220 km. Die beiden Inseln werden durch die oft sehr raue
Irische See getrennt, die circa 200 m tief ist. So sehr nördlich, wie manche
Leute glauben liegt die Insel gar nicht: Galway und Bremen sowie Cork und
Münster befinden sich auf dem gleichen Breitengrad. (siehe Anhang 8.2.) Das
Staatsgebiet der Republik Irland bedeckt eine Fläche von 70,285 km2
und Nordirland, das zu Großbritannien gehört, hat eine Größe von 14,120 km2.
Von Norden nach Süden misst das Land etwa 465 km und von Westen nach Osten etwa
258 km. Die irische Küstenlinie ist etwa 3170 km lang und dabei, ist kein Ort
weiter als 110 km vom Meer entfernt. Wie schon gesagt ragen an der Küste
Gebirgszüge auf und umschließen so eine zentrale Kalksteinebene im Inselinneren.
In anderen Teilen des Landes sind sie Vorwiegens aus Granit. Die Bergketten im
Süden des Landes bestehen aus altem Sand- und Kalkstein. Lediglich im Nordosten gibt
es Basaltplateaus. In der Zentralebene findet man Gletscherablagerungen aus
Ton und Sand.Dort im Inselinneren ist das
Landschaftsbild geprägt von Mooren, vielen kleineren und größeren Seen sowie dem
ausgedehnten Flusssystem des Shannon, das ein Fünftel des Landes bedeckt. Die
Fruchtbarkeit der Böden spielt in bezug auf die Landwirtschaft neben Klima und
Oberflächenform eine bedeutende Rolle. Geprägt wurde Irland durch vielfältige
Ablagerungen. Trotz großer Unterschiede auf kleinstem Raum besitzen viele
Sedimente aufgrund der weiten Verbreitung von Kalkstein einen hohen Anteil an
Kalzium, welches einen Gunstfaktor für die Landwirtschaft darstellt. Im Osten
und Südosten dominieren relativ nährstoffreiche Böden in maritim beeinflussten
Gebieten, wie Westen und Nordwesten, dort sind die Böden durch Auswaschung
weniger fruchtbar. Irlands höchster Berg ist der Carrantuohill mit 1041 m, er
liegt im Südwesten der Insel. Auf der Insel haben zwei große Eiszeiten ihre
Spuren hinterlassen. Deshalb findet man überall geplättete Felsen, Bergseen und
Gletschertäler, sowie Gletscherablagerungen wie Sand, Kies und Ton.
2.2.
Klima
Irlands Beiname „Grüne Insel“ kommen nicht von
ungefähr. Die Einflüsse des Atlantischen Ozeans sowie des Golfstroms prägen das
Wetter auf der Insel und sorgen für ein ausgeglichenes Klima und nahezu
einheitliche Temperaturen im ganzen Land.
Die kältesten Monate sind der Januar und Februar mit Durchschnittstemperaturen
von 4°C und 7°C. Im Juli und August, den wärmsten Monaten, erreichen die
Temperaturen Durchschnittswerte von 14°C bis 16°C. So wird das Wetter meist durch milde Winter
und kühle Sommer bestimmt. Nahezu gleichmäßig geht Regen, an der Westküste mehr
als im Landesinneren oder im Osten, das ganze Jahr nieder. (siehe Anhang 8.3.).
Vom Atlantik her treiben die Seewinde feuchte Luftmassen auf die gebirgige
Westküste zu, die dort in kältere Luftschichten aufsteigen und als Streichregen
niedergehen. Hier fallen das ganze Jahr hindurch circa 3000 mm Niederschlag,
während es im Osten der Insel nur 750 mm sind. Es kommt jedoch selten zu
Dauerregen.
2.3
Flora und Fauna
Nach der letzen Eiszeit wurde Irland vom
europäischen Festland getrennt.. Deshalb findet sich auf der Insel auch wenig
Flora und Fauna als in anderen Ländern Europas. Ursprünglich war ein Grossteil
der Insel mit urzeitlichem Wald bedeckt. Größtenteils wurden die heimischen
Eichenwälder gefällt und mit Hilfe eines Aufforstungsprogramms wurden
Sitka-Fichten, Föhren, Kiefern, Lärchen, norwegische Fichten und Douglas-Tannen
wieder angepflanzt. In vielen Teilen des Landes gibt es Naturschutzgebiete und
Nationalparks, die meistens nur für Wanderer zugängig sind. In Irlands
Moorgebieten findet man eine Vielzahl von Heidegewächsen, Moosarten und
Riedgräsern. Im Südwesten der Insel befinden sich hauptsächlich Pflanzen, die
das feucht-milde Klima dieser Region bevorzugen. Irland ist ein wichtiges Biotop
für Zugvögel und Seevogelkolonien geworden. Es sind etwa 380 Wildvogelarten
registriert. In den Binnengewässern der Insel sind Gänse, Enten, Wattvögel,
Schwäne, Möwen und Seeschwalben beheimatet. Es gibt außerdem staatlich
geförderte Zuchtprogramme, die den Bestand an Wildvögeln erhöht. Irland hat eine
große Artenvielfalt an Süßwasserfischen, wie zum Beispiel, Lachse,
Braunforellen, Saiblinge, Aale und Maränen. Die Artenvielfalt der Säugetiere auf
der Insel ist der gemäßigten Klimazone Europas entsprechend. Verantwortlich für
den Schutz und die Erhaltung aller Arten auf der Insel ist Dúchas, was eine
Sektion des Ministeriums für Kulturerbe ist. Der Begriff „Dúchas“ ist dafür nur
ein Begriff, mit der Bedeutung „Heimat“ oder „Erbe“.
2.4.
Die Bevölkerung
Irland hat in den letzen 150 Jahren einen großen
Bevölkerungsrückgang erlebt, woran eine große Hungersnot und die zunehmende
Auswanderung nach Amerika Schuld ist. Fast drei Fünftel der circa 3,7 Millionen
Einwohner Irlands leben in den Städten oder Großstädten, dass sind etwa 60%, nur
die Hauptstadt Dublin und die Stadt Cork haben mehr als 100 000 Einwohner. Die
Iren sind ein sehr Junges Volk im Vergleich zu den Deutschen, etwa 38% der
Bevölkerung sind unter 25 Jahren. Die Geburtenrate ist in letzen Jahren leicht
gesunken, aber durch zunehmend, bessere medizinische Versorgung sank auch die
Sterberate. Die Lebenserwartung der Iren liegt bei den Männern bei 73 Jahren und
bei den Frauen bei 77 Jahren. Irisch ist eine gälische Sprache und ist die
offizielle erste Amtssprache, Englisch ist nur die zweite, obwohl Englisch im
Gegensatz zu Irisch von allen Iren gesprochen wird.
2.5. Schlussfolgerung
Eine große Bedeutung für das natürliche potential Irlands
ist das ausgeglichene ozeanische Klima, welches für eine günstige natürliche
Grünlandeignung sorgt. Was natürlich im Endeffekt eine große Bedeutung für die
Landwirtschaft ist. Wegen des häufigen Regen gibt es Einschränkungen für den
Boden im Westen des Landes, im Gegensatz dazu ist der Boden an der Ostküste, wo
Braunerde vorherrscht, sehr fruchtbar und dadurch sehr gut geeignet für die
Landwirtschaft.
3. Irland und seine Wirtschaft
3.1. Entwicklung der Wirtschaft
Im Jahre 1921 erreichte Irland die Unabhängigkeit von
Großbritannien. Dadurch hatten sie sich politische Macht erkämpft, doch
wirtschaftlich sah es nicht so gut aus. Leider verfügten die Iren selbst nicht
über die finanziellen Mittel, die sie bräuchten zum Aufbau einer unabhängigen
Industrie. Als 1932 eine neue Partei an die Regierung kam, wurde eine Politik
der wirtschaftlichen Selbstversorgung durchgesetzt. Dadurch schützten Sie die
kleine Industrie durch hohe Zölle. Es wurde die Zukunftsversion angestrebt, dass
viele Familien auf dem Lande leben, um so Lebensmittel, Kleider, Häuser und
Artikel des täglichen Gebrauchs, mit irischen Arbeitskräften und irischen
Materialien, selbst herzustellen. Das Land sollte sich quasi selbst versorgen
und auf sich vertrauen. Außerdem weigerte sich die regierende Partei von Irland
das Pachtgeld der irischen Grundbesitzer an die britische Regierung abzuführen.
Die Engländer reagierten sofort und legten auf allen irischen Importen eine
40%ige Einfuhrsteuer. Daraus entwickelte sich ein Wirtschaftskrieg, wodurch der
Handel für einige Jahre zu erliegen kam. Irland schaffte es aber seine Quote,
für nach Großbritannien importierende Rinder, zu erhöhen, um so den Kohlebedarf
durch Käufe in England zudecken. Bis nach den Zweiten Weltkrieg forderte die
irische Regierung die industrielle Entwicklung durch die Einrichtung
halbstaatlicher Organisationen. Weitere ökonomische Freiheiten brachte, dass
verlassen des Commonwealth im Jahre 1849. Es kam schrittweise zu einer
Verbesserung, doch von einen wirtschaftlichen Wachstum konnte noch nicht die
Rede sein. Also, musste ein neues Wirtschaftskonzept her. Das Konzept basierte
darauf, dass man die angestrebte Selbstversorgung aufgab, und sich nun den
Weltmärkten öffnete. So versuchte die Regierung exportorientierte Industrien mit
Steuermäßigungen und Förderprogrammen anzulocken. Und so geschah es, dass die
60er Jahre, den Iren ein wahres Wirtschaftswunder bescherte und damit stieg auch
endlich der Lebensstandard. 500 neue Industriebetriebe, von denen 350
ausländische waren, hatten sich erfolgreich etabliert. Die Produktion stieg Jahr
für Jahr 7% an und das Gewerbe beschäftigte über 213.000 Menschen, eine Zahl die
nie zuvor erreicht wurde. Der Export hatte sich in den letzen Jahren
verfünffacht, nicht nur Großbritannien war jetzt noch Empfängerland, die USA,
Kanada und viele europäische Satten kamen hinzu. Im Jahre 1973 wurde Irland
Mitglied im europäischen Markt. In den kommenden Jahren stieg die Wirtschaft
noch einmal an. Das Bruttosozialprodukt stieg Jahr für Jahr um 4% und die
industrielle Produktion um gar 40%. In der Industrie beschäftigte man über
270.000 Menschen und im Dienstleistungssektor fanden über 600.000 Menschen eine
Arbeit. Durch verbesserte Anbaumethoden und zunehmender Mechanisierung, stiegen
auch die Erträge in der Landwirtschaft. Die Leute wollten nicht mehr aus dem
Land emigrieren, nein langsam kamen frühere Emigranten wieder zurück in die
Heimat. In den folgenden Jahren gab es eine kleine Wirtschaftskrise, was
verständlich ist, weil sich Wirtschaft in zyklischen Wechseln entwickelt. Die
Wirtschaftskrise wurde verursacht durch die zu kleinen Staatseinnahmen im
Verhältnis zu den wachsenden Ausgaben. Man versuchte diesen Verlust durch
Krediten zustopfen. In den 80er Jahren verlor dann die regierende Partei die
Führungsrolle und eine neue Regierung kam an die Macht und das alte Konzept
wurde verworfen. In den 90er Jahren erlebt Irland ein Wirtschaftswachstum, bei
der die Inselökonomie pro Jahr um 6 bis 8% wuchs. Zu Beginn des neuen
Jahrtausend nahm die Bank of Ireland allerdings an, dass sich der Wachstum auf
6% abschwächen könnte. Diese Rate soll aber über mehrere Jahre stabil bleiben
und würde damit mehr als doppelt so hoch liegen wie auf dem Kontinent. Und somit
ist auch die Arbeitslosenquote auf einen der niedrigsten Stände gesunken. Anfang
der neunziger Jahre waren noch über 20% der Iren erwerbslos, heute sind es nur
noch 5%.
3.2.Wirtschaftssektoren
3.2.1. Landwirtschaft
Heute ist Irland zwar kein Agrarland mehr, trotzdem hat
die Landwirtschaft einen großen Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Die
landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt 64%, davon sind etwa drei viertel Wiesen-
und Weideland. Die Viehwirtschaft ist der wichtigste Sektor, er deckt den Bedarf
des Landes zu 85% ab und man exportiert Fleisch, Lebendvieh, Wolle,
Molkereiprodukte und Eier. Die Fischerei ist überwiegend im westlichen Teil des
Landes zu finden und sie wurde in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. 1999
erzeugten die Land- und Forstwirtschaft 7,2% des Bruttoinlandsproduktes,
trotzdem ist der Trend in der Landwirtschaft grundsätzlich rückläufig.
3.2.2. Industrie
Die Industrie trägt mit 38% zum Bruttoinlandsprodukt bei
und konnte in den letzten Jahren große Produktivitätssteigerungen erzielen. Wie
schon erwähnt trägt die Industrie zu mehr als einem Drittel zum BIP bei und der
Anteil der exportierten Güter fällt zu über drei viertel auf die Industrie
zurück. Weiter Schwerpunkte sind die chemische und pharmazeutische Industrie,
als auch die Metallverarbeitung und der Maschinenbau sowie das Gesundheitswesen.
Im Jahr 1996 wurden allein 13.780 neue Arbeitsplätze durch ausländische
Unternehmen geschaffen, insgesamt sind etwa 27% aller Erwerbstätigen in der
Industrie beschäftigt.
3.2.3. Dienstleistung
Die meisten Iren, um die 60%, finden Arbeit im
Dienstleistungssektor. Der Staat ist dabei der größte Arbeitgeber. Um die 60.000
Menschen sind in der öffentlichen Verwaltung beschäftigt und weitere 65.000
Menschen in den staatlichen und halbstaatlichen Unternehmen.
3.2.4. Tourismus
Die Republik Irland wird als Reiseziel immer beliebter.
Der Tourismus ist ein zunehmend wichtiger Wirtschaftssektor des Landes. 1995
hing etwa jeder zwölfte Arbeitsplatz vom Tourismus ab, heute sind es wesentlich
mehr. Im Jahr 2000 besuchten insgesamt 6,7 Mio. Touristen die Republik Irland,
dazu kommen noch einmal 600.000 Menschen aus Nordirland. Sie brachten etwa 2,9
Mrd. Pfund ins Land, was ungefähr 3,7 Mrd. Euro sind. Damit trugen die Besucher
mit etwa 5% zum Bruttoinlandsprodukt bei und über eine halbe Milliarde bekam der
Staat Irland an Steuereinnahmen.
4.
Zusammenfassung
Irland hat es vom ehemaligen Armenhaus Europas
zum Anschluss an die Wohlstandgesellschaft Europas geschafft. Die ausgeprägte
Beteiligung von Politik und Gesellschaft in Irland für die
Informationsgesellschaft ist vor allem von der Hoffnung getrieben. So konnte man
die historische Benachteiligung der rohstoffarmen und schwach industrialisierten
Insel ausgleichen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der irischen
Wirtschaft deutlich erhöhen.Auf diesem Weg, denke ich wird sich Irland
weiter zu einer führenden Nation im Zeitalter der Informationsgesellschaft und
des elektronischen Business entwickeln.
5.1.
Anhang
Irland
5.2.
Anhang
Karte zeigt Irland, Großbritannien und ein Teil von Deutschland.
5.3.
Anhang
Regendiagramm von Irland.
Geografie
Rahmenpläne
Die Stoffverteilung im Geografieunterricht finden Sie hier
Unterricht
Interessantes aus und über den Geografieunterricht hier
Wettbewerbe
Schülerwettbewerb: 'Europas kulturelle und historische Spuren im Land Brandenburg' hier