Evangelische Schule Neuruppin

Sa, 18.05.13

- Grundschule, Oberschule und Gymnasium -

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Schullosung 2013: Gemeinsam auf den Weg machen, suchen und verändern

Die Fächer Geschichte und Politische Bildung im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften


Die Arbeit in den Fächern Geschichte und Politische Bildung an der Evangelischen Schule Neuruppin orientiert sich v.a. an den Vorgaben des Kirchlichen Schulgesetzes (KSG) und unserem Schulprofil. Im KSG heißt es in § 1, Abs. 2: "Die Evangelischen Schulen leisten in der Aufnahme der Überlieferung, in der Gestaltung gegenwärtiger Wirklichkeit und in der Erarbeitung verantworteter Zukunftsentwürfe ihren Beitrag zu Erziehung und Bildung vom Evangelium her." Das Schulprofil von 1997 spezifiziert in diesem Zusammenhang, dass die "Einübung in allgemein anerkannte Werte der Gesellschaft wie Toleranz, Offenheit, soziale Sensibilität und Identität, bezogen auf den Menschen als gesellschaftliches Wesen, sowie in demokratische Lebens- und Verhaltensweisen" als unverzichtbar angesehen werden.

Der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften erhält für die Umsetzung dieser Vorgaben durch die Schule besondere Möglichkeiten. Zum einen steht den Gesellschaftswissenschaften in der Sekundarstufe I ein höheres Stundenvolumen als sonst im Land Brandenburg üblich zur Verfügung. Darüber hinaus wird auf eine Betonung von Politischer Bildung schon in Klasse 7 und 8 Wert gelegt, in denen in Brandenburg dieses Fach noch gar nicht unterrichtet wird.

Die Rahmenlehrplanbestimmungen des brandenburgischen Bildungsministeriums werden im schuleigenen Lehrplan so umgesetzt, dass die Vorgaben aus KSG und Schulprofil deutlich zum Vorschein treten. Angestrebt wird in der Sekundarstufe I insbesondere eine fächerverbindende Unterrichtsweise zwischen Geschichte und Politischer Bildung, die es ermöglicht, Gegenwart und Vergangenheit miteinander in Beziehung zu setzen.

Besondere Projekte und Exkursionen sollen das in der Schule Gelernte an anderen Orten und in anderer Form vertiefen oder anwendbar machen. Deshalb unternehmen die Klassen der 7. Jahrgangsstufe traditionell einen Besuch des Museums in Wittstock (Thema: 30jähriger Krieg). In Klasse 9 soll im Rahmen des Politik-Themas "Recht" eine Teilnahme an einer Gerichtsverhandlung erfolgen. Außerdem erweist sich die Zusammenarbeit mit dem Berufsinformationszentrum als hilfreich, wenn die Neuntklässler ihr erstes Praktikum absolvieren und langsam beginnen, sich über ihre berufliche Zukunft Gedanken zu machen. In der Sekundarstufe II finden verschiedene Museums- und Gedenkstättenbesuche statt, die im besonderen Zusammenhang mit den Jahrgangsthemen stehen. Insbesondere ist hier der Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz zu nennen, daneben aber auch Besuche des Jüdischen Museums in Berlin u.a. Zur festen Tradition der Arbeit im Fach Politische Bildung zählt außerdem die Teilnahme an Wettbewerben und Planspielen (z.B. Projekte "Jugend schreibt" oder "Schule und Wirtschaft" der F.A.Z., Planspiel Börse der Sparkassen, Bankenplanspiel).

Verschiedene besondere Veranstaltungen wurden in den letzten Jahren durch die Fachkonferenz Geschichte/Politische Bildung organisiert. Beispielsweise zeichnete sie verantwortlich für die Gestaltung thematischer Tage an der Schule. Wichtig ist uns der Kontakt mit Vertretern politischer Parteien und Institutionen. Im Herbst 2006 besuchte Steffen Reiche (SPD), MdB, die Schule und diskutierte mit Schülerinnen und Schülern über das Thema "Europa". Regelmäßig besuchen Schulgruppen auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Ernst Bahr (SPD) den Bundestag und treffen das Parlamentsmitglied zu einer Diskussion im Reichstagsgebäude. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Neuruppin entstand im Schuljahr 2006/2007 eine Projektarbeit zur Lebensqualität in Neuruppin. Ein Grundkurs Politische Bildung erforschte zu diesem Zweck die Einschätzung von Einwohnern gegenüber ihrer Heimatstadt. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in einer öffentlichen Präsentation dem Bauausschuss der Stadt präsentiert; als Anerkennung erhielt der Kurs 500 Euro.

Einen besonderen Aktionsschwerpunkt stellt traditionell das Thema "Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit" dar. Obwohl an unserer Schule rechtsextreme Vorfälle kaum zu verzeichnen waren, verstehen es doch alle Lehrkräfte und auch besonders aktive Schülerinnen und Schüler als ihre natürliche Verpflichtung, diesbezüglich jeglichen Anfängen zu wehren.

Es zeigt sich, dass die Fächer Geschichte und Politische Bildung an unserer Schule in vielfältiger Weise darum bemüht sind, durch die Bearbeitung von relevanten Themenfeldern mitzuwirken an der Vermittlung von Lebens- und Wertorientierung für die Schülerinnen und Schüler.


Michael Tiedje
Fachbereichsleiter Gesellschaftswissenschaften
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Letzte redaktionelle Aktualisierung 20.07.2008