Schullosung 2013: Gemeinsam auf den Weg machen, suchen und verändern
Jahrgangstufen-/Kursfahrt nach München
vom 25. Februar bis zum 1. März 2002
Am 25. Februar machte sich die 12. Jahrgangsstufe auf, München zu erkunden. Frohen Mutes stieg man um 9.00 Uhr in die Busse,
die man sich mit einer 10. Klasse teilte. Ohne Störungen (Staus) wurde nach insgesamt 3 Pausen und 8,5 Stunden Fahrt das
Ziel, die Jugendherberge, erreicht. Nach Zimmeraufteilung, Fassen der Bettwäsche und Empfang der Essenmarken
ging es auch gleich zur Einnahme des Abendmahls. So wie es dann jeden Abend sein sollte, gab es eine Vorsuppe, ein
Hauptgericht und die Möglichkeit, sich an der Salatbar zu bedienen. Alle ließen es sich schmecken, wenn es auch nicht
unbedingt die geschmackliche Offenbarung war, aber etwas Warmes braucht der Mensch.
Den anschließenden
Abendspaziergang nutzen viele, um die nähere Umgebung zu "erkunden".
Der zweite Tag, ein Dienstag, war zunächst dem Besuch
des Deutschen Museums gewidmet. Der verkehrsgünstigen Lage der Jugendherberge Dank, konnte die nächste U-Bahn-Station schon
nach 5 Minuten Fußweg erreicht werden. Eine 3-Tages-5-Personen-Fahrkarte ermöglichte eine gute und preiswerte Beweglichkeit
innerhalb der bayrischen Landeshauptstadt. Mit 60 Personen enterten wir den Bahnsteig. Hier mussten zunächst Informationen
zu Fahrtrichtung und Ziel eingeholt werden, was auf Grund jedem ausgehändigter kleiner Faltpläne leicht funktionierte.
Andere holten versäumte Kuschel- und Streicheleinheiten nach.
Nach kurzer U-Bahn-Fahrt und 10 minütigem Fußmarsch
sichtete man das Deutsche Museum. Mit der Eintrittskarte bewaffnet und der Order, sich nach 4 Stunden wieder zu treffen,
machten sich alle auf, die schier unendlichen Weiten des Ausstellungsortes zu erkunden. Auch der mitreisende Lehrkörper
konnte sich der örtlichen Atmosphäre nicht entziehen. Viele Knöpfe galt es zu drücken, manche Texte zu lesen, Videos zu sehen
und natürlich durfte der Selbstversuch nicht fehlen.
Man kann sagen sie hatten viel Spaß dabei. Leider oder
vielleicht zum Glück verstrich die Zeit wie im Fluge. Etwas fußlahm aber mit vielen Eindrücken traf man sich wieder.
Eine Gesamtbesichtigung war niemandem gelungen. Schier zu groß, die Anzahl der Räume. Nach Vereinbarung eines vorabendlichen
Wiedertreffens in der Jugendherberge ging jeder seiner Wege. Dabei erstreckten sich die individuellen Betätigungen vom
Shoppen, Schlafen, Örtlichkeiten-für-abendliche-Vergnügungen-erkunden über Nahrungsaufnahme und Lustwandeln in der Innenstadt
bis hin zu weiteren Museumsbesuchen. Derartig über München verstreut gelangten doch (fast) alle rechtzeitig in der
Jugendherberge an, um das gemeinsame Treffen nicht zu versäumen.
Es gab Informationen zum nächsten Tag und andere
Ansagen. Dann machten sich alle daran, dass Abendessen einzunehmen. Anschließend ging ein jeder daran, seinen Abend möglichst
angenehm zu gestalten.
Der folgende Mittwoch führte zur Teilung der Gruppe. Die Kunstfraktion steuerte diverse Museen
künstlerischen Inhalts an. Auch dem Spielzeugmuseum mit seiner Teddybär-Ausstellung wurde die Ehre eines Besuches zu Teil.
Ziel der mathematisch-naturwissenschaftlichen Abteilung war das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching. Dort wurde
man schon erwartet und gleich in einen Konferenzraum geführt. Ein junger Wissenschaftler ging daran, die Ziele und
Geheimnisse der Plasmaforschung verständlich zu machen. Er tat dies jedoch in einer stark bayrisch eingefärbten Sprache,
was das Verständnis des etwas komplizierten Themas für so manchen nicht erleichterte. Dem theoretischen Teil schloss sich
dann die Besichtungen der Forschungsanlage an. Ziel der Garchinger ist es, mit Hilfe eines Plasmas eine auf Dauer funktionierende
Kernfusionsanlage zur Energiegewinnung zu konstruieren. Eine Möglichkeit dafür ist ein sogenannter TOKAMAK. In Garching trägt
das zugehörige Großexperiment den schönen Namen "ASDEX upgrade". Da zu dieser Zeit dort keine Experimente liefen, war eine
Besichtigung dieser Anlage möglich.
Eine ziemlich beeindruckende Experimentieranordung in einer großen Halle
erwartete uns. Der eigentliche Bereich, in dem sich das Plasma befindet, konnte durch die ihn umgebenden Geräte und Aufbauten
nicht eingesehen werden. Weitere Besichtigungspunkte waren die institutseigene Energieversorgung bestehend aus einer
Motor-Generator-Einheit, die für den kurzeitigen sehr hohen Strombedarf der Experimente sorgt, und ein Linearbeschleuniger.
Zum Abschied konnte die Kantine besucht werden. Einige nahmen das Angebot an und verzehrten dort ihr Mittagsmahl. So fand
dieser Höhepunkt des Tages seinen Abschluss. Einige Mitreisende hatten für den Nachmittag etwas besonderes vor. Sie waren
eingeladen, einer Aufzeichnung von "Arabella" beizuwohnen. Im Studio in Unterföhring ging es an diesem Tag um die Bildung
einer neuen Girl-Band. Enttäuscht stellten unsere Besucher jedoch fest, dass kein wahrer Ausscheid um die Besetzung stattfand.
Die Entscheidung darüber war bereits vor der Aufzeichnung gefallen. Alles in allem war es aber doch ein Erlebnis.
Der Donnerstag bescherte einer Mitfahrerin gleich zum Frühstück einen kerzenbeschienenen Kuchen. Anlässlich ihres Geburtstages
hatte sie ihn überreicht bekommen.
Auch heute kam es zur Spaltung der Gruppe. Ein Teil machte sich auf, Salzburg
unsicher zu machen. Gleich nach dem Frühstück zog man Richtung Bahnhof. Erst am Abend würde man sich wiedersehen. Der
verbleibende Rest strebte den Bavaria-Filmstudios entgegen. Treppauf und treppab,
mit U- und Straßenbahn
näherte man sich dem Ziel. An der Kasse stellte sich heraus, dass unser Geburtstagskind kostenlos in die Studios darf. Das
schonte die Reisekassen. Eingeteilt in zwei Gruppen tauchten wir ein in die Kulissen aus Film und Fernsehen. So schauten wir
bei Marienhof vorbei, flanierten über die Reeperbahn aus "Die rote Meile"
, marschierten durch die Kulissen des
Films "Asterix und Obelix" und erlebten im U96 aus "Das Boot" die Enge eines U-Boots. Unser Führer schilderte alles sehr
anschaulich und plastisch, so als ob er stets bei allen Drehs dabei war. Gegen Ende der Tour durften zwei unserer Schüler
sich in der Vertonung eines Minifilms versuchen.
Abschließendens Highlight bildete der Besuch des Action-Kinos.
Hier durchfuhr man in einer Lore eine alte Mine bzw. fungierte als Kugel in einem Flipperautomaten. Zur Unterstützung des
Filmbildes bewegten sich die Sitzreihen entsprechend der aktuellen Szene. Da gab es viel Juhu und Hallo. Der letzten
Sitzreihe wurde dieser Spaß nur zum Teil zugänglich. Beim ersten Film bewegte sich ihre Sitzreihe keinen Millimeter.
Erst der zweite Film brachte das erhoffte Durchschütteln. Nach diesem Erlebnis zerstreute man sich in alle Winde. W und W,
die Filmstudio-begleitenden Pädagogen, zogen Richtung Marienplatz.
Heute war der erste richtig schöne Tag der Fahrt.
Die Sonne schien am mit einzelnen Wolken verzierten Himmel. Eine ruhige Ecke auf dem nahegelegenen Viktualienmarkt war schnell
gefunden und man genoss die ersten wärmenden Sonnenstrahlen.
Am späteren Nachmittag erklomm man zusammen mit den
beiden mitgereisten Siebenklässlern den Olympiaturm. Von dort oben hatte man eine schöne Sicht auf die Olympiastätten von
1972. Sogar der Geist, der über dem Olympiastadion schwebt, ließ sich sehen.
Ging der Blick über das Stadtgebiet
Münchens hinaus, so tauchten im Hintergrund die heute gut sichtbaren Alpen auf.
So fand der letzte Tag der Fahrt einen schönen Abschluss.
Am Freitagmorgen gab ein letztes Mal Frühstück im Speisesaal.
Die Busse standen pünktlich um 8.00 Uhr vor der
Herberge. So gelang es, eine zügige Abreise zu realisieren. Gut kam man bis zur Autobahn durch und alle machten es sich
bequem in ihren Sitzen, denn die erste Pause sollte in 2 Stunden sein. Diese gemütliche Position musste aber bald wieder
aufgegeben werden. Jemand, der hier nicht namentlich genannt werden möchte, verspürte bereits nach einer Stunde und 15
Minuten ein dringendes Bedürfnis. Da dies sehr schnell zur Pein werden kann, hielt man an. Leider wies der Parkplatz nur das
stille Örtchen auf. Gern hätte man noch einen Kaffee getrunken, aber was soll's. Die weitere Rückreise verlief störungsfrei.
Gegen 16.30 Uhr hatten alle in Neuruppin die Busse verlassen und pilgerten gen heimatliche Wohnung, um den doch etwas zu kurz
gekommenen Schlaf nachzuholen.
M. Woizick
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