|
|
|
Sozial-diakonisches Praktikum Praktikumsbericht
- Carolin Zerfaß
Vom 16.02.1998 bis 27.02.1998 fand an unserer Schule für die 9.
Klassen ein sozial-diakonisches Praktikum statt. Da ich schon mehrfach
in der Projektwoche am Projekt "Förderschule" beteiligt war, entschloss
ich mich, mein Praktikum an der "Förderschule für geistig und körperlich
Behinderte" in Neuruppin zu absolvieren. Herr Resch, der Leiter
der Förderschule, begrüßte meine beiden Mitschüler und mich und
wir wurden unseren Gruppen zugeteilt. Die Gruppe, in der ich mein
Praktikum verbrachte, war eine 6. Klasse, bestehend aus Schülern
im Alter von 16 bis 22 Jahren. Die Schüler haben einen festen Tagesablauf,
geregelt durch einen Wochenplan.
Der Plan beinhaltet ähnlich wie unser Stundenplan verschiedene
Fächer mit der Ausnahme, dass es neben Kunst, Mathematik, Deutsch
und Musik auch Fächer wie Hauswirtschaft, Reiten, Werken, Schwimmen
und Computerunterricht gibt. Der Unterricht wird an die speziellen
Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes angepasst, was auch Einzelförderung
für einige Behinderte in unterschiedlichen Bereichen bedeuten kann.
Zusätzlich nehmen die Kinder an Arbeitsgemeinschaften teil, beispielsweise
Tourismus, Spiel und Sport, Basteln, Kochen und Backen und Musiktherapie.
Der Schultag beginnt um 8.00 Uhr und endet um 15.00 Uhr, wir Praktikanten
arbeiteten von 8.00 Uhr bis ca. 14.00 Uhr. Gegen 11.30 Uhr nehmen
die Kinder das Mittagessen ein, danach gibt es eine zweistündige
Mittagspause. Nach den Arbeitsgemeinschaften, Einsätzen in der Werkstatt
u.Ä. endet der Tag für die Kinder um 15.00 Uhr, die Schüler gehen
entweder selbständig nach Hause oder werden vom ASB (Arbeiter-Samariter-Bund)
dorthin gebracht. Am Vormittag des ersten Tages war in der Stadt
eine Besichtigung zum Thema "Kunst" angesagt. Nach dem täglichen
Morgenkreis (Besprechung eines Themas) fand am Dienstag der Hauswirtschaftsunterricht
statt; es wurde von den Jugendlichen unter Anleitung der Lehrerin,
Frau Jensch, eine Lasagne mit Salat zubereitet. Am darauffolgenden
Tag durfte ich mit einigen Schülern, hauptsächlich Körperbehinderten,
zum Reitunterricht nach Wulkow fahren. Zum Unterricht gehörte das
Begrüßen und Striegeln der Pferde, das Aufsitzen auf den Pferderücken
und verschiedene Koordinationsübungen mit Händen und Füßen während
des Reitens. Am Donnerstag besichtigte ich das neue Gebäude der
Förderschule am Kastaniensteg, wo dann in Zukunft für die Behinderten
wesentlich bessere Bedingungen herrschen werden. Außerdem begleitete
ich zwei Schüler im Rahmen der Einzelförderung in den Snoezeleraum
(Entspannungs- und Erlebnisraum). In dem Raum stehen ein beheizbares
Wasserbett, zwei Wassersäulen mit Farbreflexen und es gibt zusätzlich
viele andere optische und akustische Reizeinflüsse; das alles wird
untermalt mit entspannender Musik. An beiden Freitagen arbeitete
meine Gruppe in der Werkstatt in einem ehemaligen Kindergarten.
Wir steckten Autoteile zusammen und ordneten Reinigungslappen für
das Krankenhaus.
Am letzten Tag verabschiedeten wir uns bei Herrn Resch, "unseren"
Kindern und den Betreuern. Wir bedankten uns mit einem Blumenstrauß.
Es waren zwei sehr lehr- und erfahrungsreiche Wochen, die ich sehr
intensiv erlebt habe und die mit viel Freude verbunden waren. Ich
kann diesen Praktikumsplatz weiterempfehlen, es wäre günstig, wenn
die Praktikanten einige Erfahrungen mit Behinderten mitbringen würden.
Es war für mich ein sehr gelungenes Praktikum.
| |
| |
|
|
|